Ich versuche in diesem Erfahrungsbericht mehr oder weniger genau die Veränderungen die ich im Bewusstsein und somit auch mein Körper in den letzten Jahren durchgemacht haben niederzuschreiben.
Der „Ist-Zustand“
Im Moment sieht es so aus, dass ich mich als jemanden bezeichne der körperlich recht fit ist und sich Wissen in den Bereichen Ernährung und Training in der letzten Zeit angeeignet hat. Vieles durch das Lesen von Büchern und Recherche im Internet aber ich habe auch recht viel probiert und durchgemacht teils mit Erfolg aber auch teilweise weniger erfolgreich. Jetzt im Mai 2009 wiege ich 70kg bei 173cm und versuche Muskelmasse aufzubauen – nunja ich hatte mal wesentlich mehr auf den Rippen =) Lasst uns dazu einen Blick in meine Vergangenheit werfen.

Ich war ein „Genießer“
Wobei das Wort Genießer hier nicht positiv zu werten ist nein man könnte hier auch „Verschwender“, „Fresssack“ oder ähnliche Worte verwenden. Ich hatte vor ein paar Jahren absolut kein Bewusstsein was gesundes Leben betraf – ich aß einfach was mir schmeckte bewegte mich nur vom Bett an den PC und ins Auto. Klar ich fühlte mich gut und kostete das Leben in vollen Zügen. Klar ich kannte nichts anderes – im Jahr 2005 brachte ich knapp 90Kg auf die Waage – wenn wir hier genau sind waren es „nur“ 89Kg die psychologisch wichtige 8 am Anfang dieser Zahl. Meine Hosen hatten damals ein Bundweite von 34 - 36 Inch bei einer Länge von 30 – 32 Inch, nicht wirklich sexy.
Gewinn durch Schmerz
Ich lebte mein Leben so unbewusst weiter, bis im Oktober 2006 meine Weisheitszähne raus mussten. Der Zahnarzt entschied sich für zwei OPs im Abstand von zwei Wochen. Ok kein Problem ist ja nichts besonderes und üblicherweise ist man nach zwei Tagen wieder auf den Beinen. Doch nicht bei mir – die OP verlief wunderbar ich hatte keine Schmerzen, jedoch entzündete sich eine Wunde richtig heftig und es sammelte sich Eiter unter dem Kiefer. In den darauf folgenden Tagen konnte ich nichts essen und nur sehr wenig trinken. Ich hatte insgesamt 10 Tage Schmerzen aber gute 12 Kilo abgenommen nach der zweiten OP war ich dann bei 75Kg. Und genau da fühlte ich es das erste Mal – ein neues Gefühl von Lebensqualität.
Ich wollte mehr
Durch diesen schnellen Gewichtverlust durfte ich daran schnuppern wie es sein kann einfach weniger unnötiges Gewicht mit herumschleppen zu müssen. In den nächsten Woche fing ich an, mir diverse „Fitness Heftchen“ zu kaufen und mich in diese einzulesen. Ich konnte mein Gewicht bei 77Kg halten; für mich ein enormer Erfolg. Ich hatte das erste Mal in meinem Leben Kontrolle über meinen Körper erlangt. Im Januar 2007 fing ich an zu joggen und kaufte mir Hanteln, man will ja die freiwerdenden Muskeln schön groß bekommen. Doch wenn ich mit meinem heutigen Wissen auf diese Zeit blicke, sehe ich jemanden der einen falschen Weg eingeschlagen hat. Die Fehler meiner damaligen Zeit: Ich hatte mich dann bis Ende Mai 2007 auf 62Kg runter „gelaufen“. Mein Stoffwechsel war total eingeschlafen – ich fror selbst bei sommerlichen Temperaturen und hatte immer kalte Hände und Füße.
Krafttraining?
Ich musste mir von meinen Kumpels Sprüche wie „Oh pass auf wir binden dich an, denn heute ist es windig.“ anhören – naja war sicherlich auch berechtigt, an mir war kein Fett aber auch keine Muskeln. Ich fasste den Entschluss „stark“ zu werden. Bücher über Krafttraining waren schnell bei Amazon bestellt, mit dem gewonnenen Wissen über Übungen erstellte ich mir Trainingspläne für mein „Homegym“ welches aus zwei Hanteln und einer Klimmzugstange bestand. Am Anfang erzielte ich auch Erfolge, klar von null Muskeln zu sehr wenig Muskeln ist es kein harter Weg.
Es tat sich eigentlich kaum etwas – klar bei der Art von Training die ich so daheim machte. Mein Gewicht pendelte sich bei stabilen 64-66kg ein aber Muskeln hatte ich immer noch nicht. Im Oktober 2008 meldete ich mich endlich in einem Fitnessstudio an um richtig zu trainieren. Ich kann bis heute (Juni 2009) auch schon kleine Erfolge verbuchen – doch zufrieden bin ich noch nicht.
Ich habe mir bis März 2010 ein greifbares Ziel gesetzt: 68-70kg bei 10-12% KFA – vielleicht gibt es da einen weiteren Erfahrungsbericht von mir und zwar „vom Schmalhans zum Türsteher“ =)