Leitlinien für eine erfolgreiche Diät (Teil 1)
10 Prinzipien für effektiven Fettverlust.
1. Die Kalorienbilanz entscheidet
Man kann es nicht oft genug wiederholen: am Ende eines Tages entscheidet die Differenz zwischen aufgenommenen und verbrauchten Kalorien über Ab- oder Zunahme.
Da der Energiebedarf starken individuellen Schwankungen unterliegt, sollten Kalorienbedarfsrechner nur als grober Richtwert dienen.
2. Kalorien zählen
Basierend auf dem ersten Prinzip kommt man nicht drum rum seinen Kalorienkonsum und -Verbrauch zu ermitteln. Man muss dafür nicht ständig eine Küchenwaage mit sich schleppen oder Kalorientabellen ausfüllen aber es hilft schon ungemein sich im Supermarkt die Nährwerte der Nahrungsmittel an zu schauen um ein Gefühl für den Energiegehalt der gängigen Nahrungsmittel zu bekommen. Auch wenn es Anfangs aufwendig erscheint, ein Tagebuch über gegessene Lebensmittel hilft ungemein. Dieser Tipp richtet sich übrigens auch an Leute, die mit einem schnellen Stoffwechsel gesegnet sind und Probleme haben zuzunehmen. Die meisten Menschen verschätzen sich bei ihrem Kalorienbedarf gnadenlos. Übrigens greift Weight Watchers genau dieses Problem auf. Das Punktesystem ist salopp gesagt Kalorien zählen für Dumme und der Hauptgrund für den Erfolg dieser Diätform. Einige praktische Tools erleichtern das Kalorienzählen.
3. Kohlenhydrate und der GI
Der Glykämische Index sagt aus, wie stark der Einfluss auf den Blutglucosespiegel (Blutzucker) nach dem Verzehr kohlenhydrathaltiger Lebensmittel ist. Nahrung mit einem hohen Einfachzuckeranteil, wie Beispielsweise Haushalzszucker, Softdrinks oder Süßigkeiten lassen den Insulinspiegel schnell steigen und nach kurzer Zeit wieder abfallen. Komplexe Kohlenhydrate wie Haferflocken, Reis, Gemüse und Vollkornprodukte sorgen für einen weniger starken und gleichmäßigeren Blutzuckerspiegel.
Allerdings wird der GI durch den Grad der Verarbeitung, die Zusammensetzung der Mahlzeit, der Zubereitungsart und anderen Faktoren beeinflusst und steht außerdem vor methodischen Problemen, daher ist er nicht ohne weiteres in der Praxis anwendbar (2). Dennoch kann man sagen, dass komplexe, wenig verarbeitete Kohlenhydrate besser sind, weil sie länger sättigen und nicht zu Heißhungerattacken führen (3). Stark verarbeitete Kohlenhydrate sollten weitgehend aus dem Nahrungsangebot gestrichen werden aber man muss natürlich nicht ganz auf seine Süßigkeiten, Leckerließ und Einfachzucker verzichten, so lange man sie in die Kalorienbilanz mit einrechnet.
4. Proteine
Die DGE kann durchaus als seriöse Quelle angesehen werden, allerdings beziehen sich die Werte auf den Durchschnittsbürger und es geht uns nicht nur darum keinen Mangel zu riskieren, sondern um eine optimale Zufuhr des Proteins um den Erfolg zu maximieren.
Wenn man sich die Fachliteratur anschaut, kommt man zu dem Schluss, dass eine Zufuhr von 1,2-2,2g Protein pro Kilo Körpergewicht einen signifikanten Effekt auf Körperzusammensetzung und Leistungsfähigkeit hat (4,5).
Herkömmliche Proteinquellen wie magere Fleischsorten, Magerquark, Eier, Fisch oder Wurst sind nicht schlechter als Proteinpulver und haben noch den Vorteil länger zu sättigen.

6. Ballaststoffe
7. Der Glaubenskrieg
Es gibt Diäten mit unterschiedlichsten Ansätzen und Gurus die ihre Methode als die einzig Wahre ansehen. Das ganze gleicht einem Glaubenskrieg mit Low-Carb Anhängern, Protein-Heiden und Fetthedonisten.
Jeder sollte selbst entscheiden, wie er seine Nahrungsmittel zusammen setzt, was bei dem einen gut funktioniert, führt beim anderen zum Desaster. Hält man sich an die hier vorgestellten Grundregeln, hat man sehr viel Spielraum bei der Nahrungsauswahl und muss sich nicht unnötig mit Diäten quälen, die nicht zu einem passen.
8. Vor der Diät, ist nach der Diät
Der Sechs-Wochen Diätplan… wird nicht funktionieren.
Die Logik der meisten Diäten ist schon komisch: Irgendwann, meist am Anfang der Badesaison, stellt man fest, dass man zu dick ist. Dann macht man einige Wochen eine Diät, nimmt ein paar Kilo ab und denkt sich „der Speck ist runter, jetzt kann ich wieder wie gewohnt essen“. Nach einiger Zeit kommt dann aber die Ernüchterung: das Fett ist wieder da! Sehr verwunderlich...
Kurze und harte Diätphasen können zwar Sinn machen, allerdings ist die Gefahr nach so einer Diät mehr auf den Rippen zu haben sehr groß.
Das bedeutet, dass jede einseitige Ernährungsweise früher oder später zu gesundheitlichen Problemen führen wird. Auch wenn sie nur aus scheinbar so gesunden Dingen wie Gemüse oder Obst besteht.

Ein Faktor bei der Frage nach dem Sättigungsgrad ist das Volumen der Mahlzeit. Mit vollem Magen hat man einfach weniger Hunger. Eine super Möglichkeit das zu erreichen ohne viele Kalorien zu sich zu nehmen, ist Gemüse. Von bestimmten Gemüsesorten kann man so viel essen wie man will, ohne die Kalorienbilanz negativ zu beeinflussen. Wie das geht? Gemüse hat oft nur rund 20 kcal auf 100g, da der Körper für die Verdauung und andere Stoffwechselvorgänge ebenfalls Energie verbraucht, kann es sogar sein, dass man nach so einer Mahlzeit mehr (!) Energie verbrannt als zugeführt hat. In diesem Fall spricht man auch von „Negativen Kalorien“. Besonders Kalorienarme Gemüsesorten sind: Gurken, Tomaten, Blumenkohl, Feld- und Kopfsalat und viele mehr.
Nähere Informationen zu speziellen Ballast- und Quellstoffen (Angesprochen in Punkt 6 und 10), zu Fischöl (Punkt 5) und zu weiteren natürlichen und chemischen Hilfsmitteln gibt es in Teil drei der Serie.
Im zweiten Teil werde ich das Training im Kontext mit der Diät beschreiben.
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Quellen:
(1) Comparison of the Atkins, Ornish, Weight Watchers, and Zone Diets for Weight Loss and Heart Disease Risk Reduction
A Randomized Trial
Michael L. Dansinger, MD; Joi Augustin Gleason, MS, RD; John L. Griffith, PhD; Harry P. Selker, MD, MSPH; Ernst J. Schaefer, MD
JAMA. 2005;293:43-53, 2005
(2) Glykämischer Index und glykämische Last – ein für die Ernährungspraxis des Gesunden relevantes Konzept?
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V., Bonn
(3) High-glycemic Index Foods, Hunger, and Obesity: Is There a Connection?
Susan B. Roberts Ph.D., Dr. Roberts is with the Jean Mayer USDA Human Nutrition Research
Center on Aging at Tufts University, Boston, MA 02111, USA
(4) EFFECTS OF PROTEIN AND AMINO-ACID SUPPLEMENTATION ON ATHLETIC PERFORMANCE
Richard B Kreider PhD
Sportscience, 1999
(5) Contemporary Issues in Protein Requirements and Consumption for Resistance Trained Athletes
Jacob Wilson and Gabriel J Wilson
1California State University East Bay, Hayward, CA
(6) Urea kinetics in humans at two levels of exercise intensity
F. Carraro, T. D. Kimbrough and R. R. Wolfe
Journal of Applied Physiology, Vol 75, Issue 3 1180-1185, 1993
(7). A high-protein diet induces sustained reductions in appetite, ad libitum caloric intake, and body weight despite compensatory changes in diurnal plasma leptin and ghrelin concentrations
David S Weigle, Patricia A Breen, Colleen C Matthys, Holly S Callahan, Kaatje E Meeuws, Verna R Burden and Jonathan Q Purnell
American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 82, No. 1, 41-48, July 2005
(8) Very-low-carbohydrate diets and preservation of muscle mass
Anssi H Manninen
Advanced Research Press, Inc., Setauket, NY, USA, 2006
(9) Ketogenic diets and physical performance
Stephen D Phinney
6108 Boothbay Court, Elk Grove, CA 95758, United States of America, 2004
(10) A Meta-Analytic Review of Double-Blind, Placebo-Controlled Trials of Antidepressant Efficacy of Omega-3 Fatty Acids
Pao-Yen Lin, M.D., Ph.D., and Kuan-Pin Su, M.D.
(11) Fish Consumption, Fish Oil, Omega-3 Fatty Acids, and Cardiovascular Disease
Penny M. Kris-Etherton, William S. Harris, Lawrence J. Appel and for the Nutrition Committee
American Heart Association, 2003
(12) Importance of the Ratio of Omega–6/Omega–3 Essential Fatty Acids: Evolutionary Aspects
A.P. Simopoulos
The Center for Genetics, Nutrition and Health, Washington, D.C., USA
(13) Does Supplementation of Diet With 'Fish Oil' Reduce Blood Pressure? A Meta-analysis of Controlled Clinical Trials
Lawrence J. Appel, MD, MPH; Edgar R. Miller III, MD, PhD; Alexander J. Seidler, PhD; Paul K. Whelton, MD, MSc
Arch Intern Med. 1993;153(12):1429-1438.
(14) Omega-3 fatty acids improve liver and pancreas function in postoperative cancer patients
Axel R. Heller 1 * , Thomas Rössel 1, Birgit Gottschlich 1, Oliver Tiebel 2, Mario
Menschikowski 2, Rainer J. Litz 1, Thomas Zimmermann 3, Thea Koch 1
(15) Does fish oil lower blood pressure? A meta-analysis of controlled trials
MC Morris, F Sacks and B Rosner
Department of Epidemiology, Harvard School of Public Health.
(16) Effect of an Enteric-Coated Fish-Oil Preparation on Relapses in Crohn's Disease
Andrea Belluzzi, M.D., Corrado Brignola, M.D., Massimo Campieri, M.D., Angelo Pera, M.D., Stefano Boschi, M.S., and Mario Miglioli, M.D.
(17) Effect of Fish Oil on Heart Rate in Humans A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials
Dariush Mozaffarian, MD, MPH Anouk Geelen, PhD; Ingeborg A. Brouwer, PhD; Johanna M. Geleijnse, PhD; Peter L. Zock, PhD; Martijn B. Katan, PhD
(18) Blood pressure response to fish oil supplementation: metaregression analysis of randomized trials
Geleijnse, Johanna M.; Giltay, Erik J.; Grobbee, Diederick E.; Donders, Adrianus R. T.; Kok, Frans J.
International Journal of Cancer, Volume 111 Issue 4, 2004
(19) Dietary Fiber and Weight Regulation
Nancy C. Howarth M.Sc, Edward Saltzman M.D. Susan B. Roberts Ph.D. Nutrition Reviews
International Life Sciences Institute, 2009
(20) High-fibre, low-fat diet predicts long-term weight loss and decreased type 2 diabetes risk: the Finnish Diabetes Prevention Study
J. Lindström1 , M. Peltonen1, J. G. Eriksson1, A. Louheranta2, M. Fogelholm3, M. Uusitupa4 and J. Tuomilehto1, 5
Diabetologia, 2006
