BCAAs und Glutamin
Im ersten Teil des Artikels findet ihr Infos zu BCAAs. Im zweiten Teil erfahrt ihr Alles zu Glutamin.
I. Teil (BCAAs)
Was sind BCAAs?

BCAAs wirken zudem antikatabol. Sie verhindern ebenso wie auch das Glutamin einen katabolen Zustand.
Wo kommen BCAAs in natürlicher Form vor?
BCAAs sind in allen proteinhaltigen Nahrungsmitteln enthalten sind. Besonders große Mengen findet man vor allem in Milchprodukten und rotem Fleisch.
Warum BCAAs supplementieren?
Bei einer Supplementierung muss der Körper nicht die bereits aufgebauten und eingelagerten Körperproteine und Aminosäuren abbauen, sondern kann diese konservieren (anti-kataboler Effekt) und den Aminosäurebedarf mit den supplementierten BCAAs decken.
Ein weiterer Vorteil von zusätzlich eingenommenen BCAA´s ist, dass diese innerhalb kurzer Zeit (in 10 - 15 Minuten) völlig unverändert in den Blutpool gelangen und stehen damit sofort für funktionelle Prozesse zur Verfügung.
Wie sollte man supplementieren?
BCAAs sollten pro Tag in einer Höhe von mindestens 4-5g supplementiert werden. Teilweise werden Mengen zwischen 5-15g pro Tag empfohlen. Die Menge sollte am besten nach dem Training mit zusätzlichen Kohlenhydraten erfolgen, um einen anabolen Zustand zu gewährleisten.
Während einer Diät sollte die Einnahme vor und unmittelbar nach dem Training mit mindestens jeweils 4g erfolgen um das Muskelgewebe zu schützen.
Allgemein zu empfehlen ist eine Supplementierung mittels Kapseln, da hier der gesamte Wirkstoff innerhalb von 30-40 min resorbiert ist und somit schnell zur Verfügung steht.
Was ist Glutamin?
Glutamin ist eine nicht essentielle Aminosäure (Carbonsäure mit Aminogruppe/n). Semi-essentiell deshalb, weil der Körper sie unter normalen Umständen selbst zur Synthetisierung in der Lage ist, allerdings in Stresssituationen (Sport, Krankheit usw.) nicht mehr genug Glutamin zur Verfügung stellen kann.
Glutamin ist im Aminosäurepool zu über 60 % vorhanden und somit die Aminosäure, die in größter Konzentration vorliegt.
Glutamin kommt in der höchsten Konzentration in den Muskelzellen vor.

Glutamin sorgt für vor allem für eine Wassereinlagerung in den Muskelzellen. Umso mehr Wasser sich in den Zellen befindet, umso besser kann die Proteinsynthese (Aufbau von Muskulatur) ablaufen. Sollte sich zu wenig Wasser in den Zellen befinden, entsteht ein kataboler Zustand, welcher bewirkt, dass das Zellgift Ammoniak freigesetzt wird und somit den Muskelabbau begünstigt.
Bei körperlicher Belastung, wird das Zellvolumen vergrößert. Diese Vergrößerung wertet der Körper als anaboles Signal, wodurch die Protein- und Glykogenbildung gefördert wird.
Wo kommt Glutamin in natürlicher Form vor?
Den höchsten Glutamingehalt besitzt Quark. Es kommt jedoch auch in Joghurt, Milch, Weizen und Soja vor. Zudem kommt es in rohem oder geräucherten Fleisch vor.
Warum Glutamin supplementieren?
Da das Glutamin in natürlicher Form aber nur eine minimale Versorgung der Muskulatur bietet, ist eine Supplementierung ratsam. Zudem kann dadurch eine Einnahme punktueller erfolgen.
Vom zugeführten Glutamin kommen am Ende nur ca. 10-15 % auch wirklich in den Zellen an. Der Rest bleibt in der Verdauung hängen oder wird verbrannt.
Laut einigen Studien stärkt Glutamin das Immunsystem und man leidet seltener an Atemwegserkrankungen, wie Bronchitis und Husten.
Für Sportler ist eine Supplementierung ratsam, um dem katabolen Zustand bei hartem Training vorzubeugen. (siehe oben)
Wie sollte man Glutamin supplementieren?
Es gibt keine einheitlichen Angaben zur Supplemenierung. Die Angaben schwanken zwischen 5-30g täglich. Zum Einstieg sollte man jedoch mit einer Dosierung von 10-15g täglich, aufgeteilt auf drei Einnahmezeitpunkte (siehe unten), anfangen. Die Dosis kann dann bis 30g täglich erhöht werden.
Einnahmezeitpunkte:
Nach dem Training
Vor dem Schlafen gehen
Nach dem Aufstehen
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, Glutamin zu supplementieren. Einmal als reines Glutamin und einmal als Glutaminpeptid (mehrere miteinander verknüpfte Aminosäuren).
Der Nachteil vom Peptid ist jedoch, dass es nur zu 30% aus Glutamin und zu 70% aus Analin besteht.
Der Vorteil vom Peptid ist, dass es vom Körper besser aufgenommen werden kann und stabiler bleibt, als reines Glutamin.
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Quellen:
Klaus Arndt (HG.)
Handbuch Nahrungsergänzungen
Abcouwer SF.
The effects of glutamine on immune cells
Field CJ, Johnson IR, Schley PD.
Nutrients and their role in host resistance to infection
Yoshiharu Shimomura, Taro Murakami, Naoya Nakai, Massaru Nagasaki, Robert A. Harris
Exercise Promotes BCAA Catabolism: Effects of BCAA Supplementation on Skeletal Muscle during Exercise
Yoshiharu Shimomura, Yuko Yamamoto, Gustavo Bajotto, Juichi Sato, Taro Murakami, Noriko Shimomura, Hisamine Kobayashi and Kazunori Mawatari
Nutraceutical Effects of Branched-Chain Amino Acids on Skeletal Muscle

